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Dance Descriptions (still in German only)

 
Balboa/Bal-Swing


Balboa/Bal-Swing ist ein absolut cooler Modetanz (Paartanz) aus den 30er/40er Jahren, der sich heutzutage wieder allergrößter Beliebtheit erfreut. Balboa-Camps sprießen überall auf der Welt wie Pilze aus dem Boden. Entstanden ist Balboa Mitte der 30er Jahre (ca. 1934) in der Gegend von Orange County bei Los Angeles. Seinen Namen hat der Tanz von der Halbinsel Balboa, die im Süden von Los Angeles liegt. Auf Balboa Island befand sich auch der berühmteste Ballsaal für Balboa, der Rendezvous Ballroom. Leider ist dieser abgebrannt.

Ursprünglich wurde Balboa von vornehm gekleideten Tänzern in geschlossener Tanzhaltung getanzt. Die Herren mit Anzug und die Damen natürlich im langen Kleid. Enge Tanzhaltung, trickreiche Fußarbeit und Schritte, die meistens auf 8 Zählzeiten basieren, bestimmten den Charakter des Tanzes. In vielen Ballsälen war es sogar verboten, sich beim Tanz zu lösen, also sogenannte Break-Aways zu tanzen.

Es gibt verschiedene Theorien woraus sich Balboa entwickelt hat. Die plausibelste ist, dass Balboa sich aus dem (8-count)Boxstep des Foxtrotts entwickelt hat. In den Tanzsälen bewegten sich die Tänzer aufgrund der Tanzweise der damals aktuellen Standardtänze gegen den Uhrzeigersinn um die Tanzfläche. Als die Ballsäle mit dem steigenden Interesse an Swingmusik immer überfüllter waren, konnten sich die Tänzer nicht mehr fortbewegen und tanzten vermehrt auf der Stelle. Der Grundschritt auf der Stelle des amerikanischen Foxtrotts ist aber genau der oben erwähnte Boxstep, der einem Single-Time Balboagrundschritt entspricht.

Als die Swingmusik immer heißer wurde, erweiterten einige ungebändigte, junge Tänzer wie Maxie Dorf und Lolly Wise, den Balboa um geführte Drehungen und Break-Aways. Diese Form wurde damals in Los Angeles/Orange County als Swingtanz bezeichnet. Um Missverständnisse mit anderen Swingformen zu vermeiden, wurde diese Form später als Bal-Swing bezeichnet.

Balboa lässt sich wunderbar zu langsamen bis sehr schnellen Tempi (120 - 300 bpm) und bis ins hohe Alter tanzen (auch in Sachen Musik kann man da ganz gut variieren). Balboa hat sich inzwischen weltweit etabliert und ist auch auf vielen regulären Swing- und Boogie-Camps fester Bestandteil.

Also lasst euch die Gelegenheit nicht entgehen, damit ihr auch mitreden könnt, wenn euch beim nächsten Mal jemand fragt "Do you wanna Bal?". Es macht wirklich riesigen Spaß und ist relativ leicht zu erlernen. Die Altmeister sagen immer: "Balboa ist ein Tanz, der am leichtesten zu erlernen, aber am schwierigsten zu meistern ist."

Siehe auch World of Swing Balboa / Bal-Swing Lehrvideos

Collegiate Shag

Shag war der heißeste Tanz der College-Studenten in den 30er Jahren, weshalb manche Formen auch als Collegiate Shag bezeichnet werden. Shag ist einfach zu erlernen. Das Hüpfen und Kicken macht unheimlich Spaß. Shag kann zu Musik in mittlerem und schnellerem Tempo getanzt werden. Meistens wurde Shag in geschlossener Position getanzt, besitzt aber auch eine Vielzahl von offenen und Break-Away-Elementen.

Während Lindy Hop sich erst gegen Ende der 30er Jahre über die USA verbreitete, tanzte man bereits in den frühen 30er Jahren in ganz Amerika irgendeine Form des Shag. Die verschiedenen Shagformen werden als Single, Double und Triple Time Shag bezeichnet und sagen aus, wie viele Slows getanzt werden. Die gebräuchlichste Form heutzutage ist der Double Time Shag. Basierend auf 6 Zählzeiten (wie Boogie Woogie) und einem einfachen Slow, Slow, Quick, Quick ist diese Form leicht zu erlernen.

Wiederbelebt durch die Los Angeles-Swingszene in den 90er Jahren erlangte er wieder große Beliebtheit. Die ersten Nur-Shag Camps werden bereits angeboten. Auch wenn Shag ein eigener Tanz ist, kann er leicht mit den anderen Swingtänzen kombiniert werden.

Nicht zu verwechseln ist Shag mit Carolina Shag oder St. Louis Shag.

Siehe auch World of Swing Collegiate Shag Lehrvideos

Shim Sham

Der Shim Sham ist eine Steptanzchoreographie, die von Lennart Reed und Willie Bryant 1928 kreiert wurde. Die Choreographie war bestimmt für ein Showfinale, und musste daher einfach genug sein, um von allen Künstlern schnell erlernt werden zu können. Von da an nahm der Siegeszug des Shim Sham seinen Lauf und die Routine wurde eine der bekanntesten und meist verbreiteten Tanzroutine aller Zeiten. Verschiedenste Step- und Nicht-Step-Versionen sind auch heute noch ein fester Bestandteil großer Shows. Shim Sham ist die Nationalhymne der Steptänzer. Lennart Reed kreierte fernern auch den Shim Sham "Freeze Chorus", "Shim Sham 2" und "The Revenge of The Shim Sham".

Das World of Swing Lehrvideo Dean Collins Shim Sham enthält ein Interview mit dem damals 97 Jährigen Lennart Reed, das kurz vor seinem Tod 2004 aufgenommen wurde.

Dean Collins Shim Sham Version

Dean Collins Shim Sham Version basiert auf der Originalversion von Leonard Reed und Willie Bryant. Der erste Teil entspricht dem Original, wird aber um ein paar trickreiche Breakabwandlungen bereichert. Der zweite Teil ist total anders und beinhaltet Dean's typische Jazzfiguren (z.B. Tabby The Cat, Shorty George, Savoy Kicks etc).

Dean hatte ihn zu Lebzeiten nur einigen ausgesuchten, fast ausschließlich männlichen Tänzern gezeigt. Heute ist die Routine der absolute Hit in der amerikanischen Lindyszene - bei Männern und Frauen!

Deans Version ist anspruchsvoller als die Originalversion, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen.


Siehe auch World of Swing Dean Collins Shim Sham
Lehrvideos

Boogie Woogie

Der 6-count Tanzstil, der heutzutage als Boogie Woogie bekannt ist, ist im Grunde eine deutsche Weiterentwicklung des Jitterbug, Lindy Hop oder Rock'n'Roll der 50er Jahre. Boogie Woogie ist berühmt für seine heiße und interessante Fußarbeit. Neben den unzähligen Freizeittänzern gibt es auch hochkarätige internationale Turniertänzer. Ein Schwerpunkt des Boogie Woogie liegt bei der Interpretation der Musik ohne vorher festgelegter Choreographie. Boogie Woogie reflektiert  das überschäumende, nicht zu bändigende Gefühl der Rockin' Fifties mit Petticoat, Haarpomade, Pferdeschwanz und coolem Verhalten.

Boogie Woogie wird zu Musik der späten 40er und 50er getanzt (z. B. Boogie Woogie, Rhythm 'n' Blues, Rock 'n' Roll, Rockabilly). Diese heiße und fröhliche Musik lässt die Füße der Tänzer fliegen und die Gesichter lachen. Boogie Woogie ist reich an typischen Figuren und Schritten, die in viele andere Tanzstile übernommen wurden.

Viele alte Boogie-Hasen haben sich die Tanzfilme "Rock Around The Clock" und "Don't Knock The Rock" zum großen Vorbild genommen. Heute nennt man den Tanz Boogie Woogie, die Tänzer aus diesen Filmen nannten es Jitterbug, Swing oder Lindy Hop. In der Entwicklung zum Boogie Woogie wurden viele der für den Lindy Hop typischen 8-count Elemente durch 6-count Elemente ersetzt. Wahrscheinlich weil es einfacher zu unterrichten und zu lernen war, vielleicht aber auch, weil Tänzer, um wirklich cool auszusehen, eine Hand frei haben mussten und dadurch keine 8-count Swing Outs mehr möglich waren.

Siehe auch World of Swing Boogie Woogie Lehrvideos


Lindy Hop/Jitterbug

Ende der 20er Jahre wurde in Harlem, New York, der Name Lindy Hop für eine mitreißende und spektakuläre Swingtanzform geprägt, die den Gesellschaftstanz vollständig revolutionierte. Lindy Hop entwickelte sich aus dem Charleston und enthält deshalb viele 8-count Elemente. Aber auch viele anderen Tanzformen beeinflussten den Lindy Hop. Seine  Essenz liegt aber wie Jazzmusik in der Improvisation.

1934 benannte der Bandleader Cab Calloway einen Stil des Lindy Hop "Jitterbug". Danach wurde Jitterbug ein Synonym für Lindy Hop. Bereits in den 40ern, aber besonders heutzutage, wird der Begriff Jitterbug oft für sehr unterschiedliche Tanzstile verwendet.

Mitte der 90er kamen dann die Begriffe Savoy Style und Hollywood Style auf, um bestimmte Stile näher zu bezeichnen. Savoy bezieht sich dabei auf den magischen Ort, an dem der Lindy Hop zu seiner Größe aufstieg, den weltberühmten Savoy Ballroom. Hollywood bezieht sich auf die Gegend und die Hollywoodfilme, in denen dieser Stil vornehmlich getanzt wurde.

Die beiden Vorreiter dieser Stile waren Frankie Manning und Dean Collins. Frankie Manning führte 1935 die erste Akrobatik in den Lindy Hop ein und löste damit eine ungeahnte Welle aus. Er änderte auch die Körperposition. Anstatt aufrecht zu tanzen, beugte er sich stärker über und erzeugte ein Bild, als ob er fliegen würde. Die spektakulärste, jemals auf Film gebannte Tanzszene, ist in Hellzapoppin' (dt. Filmtitel: "In der Hölle ist der Teufel los") zu finden. Dort sieht man Whitey's Lindy Hoopers zu atemberaubenden 81 Takten (324 bpm) tanzen. Frankie Manning und seine Partnerin Anne Johnson bestreiten den unglaublichen Showdown.

Dean Collins lernte Lindy Hop im Savoy Ballroom, bevor er dann Ende der 30er Jahre nach Los Angeles zog und dort die Tanzszene grundlegend veränderte. Zusammen mit seiner Partnerin Jewel McGowen tanzte er in mehr als 50 Filmen. Einige der besten und bekanntesten Lindy Hop Tanzszenen sind u.a. in Hellzapoppin', A Day At The Races, Swing Fever, Buck Privates, Twice Blessed, Groovie Movie, Don't Knock The Rock und Rock Around The Clock zu finden.

Lindy Hop ist der Vorreiter von Boogie Woogie und wird überwiegend zu Swing-Musik der 30er und 40er Jahre getanzt.

Siehe auch World of Swing Lindy Hop Lehrvideos